Das Netz
"Mit dem Begriff 'Stromnetz' werden sämtliche Leitungen, Transformatoren und die gesamte Infrastruktur für den Stromtransport vom Kraftwerk zum Verbraucher zusammengefasst. Das aktuelle System der Stromverteilung und -übertragung wurde zum großen Teil vor 40 bis 60 Jahren entwickelt. Dabei wurden die Übertragungsnetze in den Industrieländern auf eine Verbindung zwischen Großkraftwerken und großen Verbrauchszentren ausgerichtet. Über ein kleineres 'Verteilernetz' wird der Strom dann weiter an die Endverbraucher geliefert. Die enorme Industrialisierung der Städte wurde durch diese Systeme begünstigt und in den meisten Industrieländern wurden auch ländliche Gegenden erschlossen. In Zukunft brauchen wir stattdessen jedoch Netze, die saubere Energie transportieren, beispielsweise aus Wind-, Solar oder
Wasserkraft oder aus Biomasse.
Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien sind normalerweise kleiner und können auf der ganzen Netzstrecke verteilt oder auch als großes Kraftwerk an einem Standort errichtet werden, wie etwa Offshore-Windenergieanlagen. Beispiele für die großen Stromerzeuger der Zukunft sind die gewaltigen Windparks in der Nordsee oder auch solarthermische Kraftwerke, die mit hunderten Spiegeln das Sonnenlicht bündeln und mit denen in Südeuropa oder Afrika Energie gewonnen wird.
Die Herausforderung liegt nun darin, neue Energiequellen zu integrieren, gleichzeitig fast alle großen konventionellen Kraftwerke auslaufen zu lassen und dabei sicher zu stellen, dass der Strombedarf zu jeder Zeit gedeckt werden kann. Dazu bedarf es neuer Arten von Netzen und Kraftwerksystemen. Um Schwankungen zwischen Energiebedarf und Energieangebot ausgleichen zu können, werden die wichtigsten neuen Technologien benötigt. Schon heute
stehen uns zahlreiche Maßnahmen wie die Laststeuerung, verbesserte Wettervorhersagen und Energiespeichermethoden zur Verfügung – wir müssen sie allerdings konsequenter anwenden." (Greenpeace, Studie Erneuerbare Energieversorgung 24/7, www.greenpeace.de)
